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Französische Ermittlungen sorgen in Ruanda für Verstimmung

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Französische Ermittlungen sorgen in Ruanda für Verstimmung

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Ein französisches Gericht hat Rose Kabuye, die Protokollchefin des Präsidenten Ruandas verhört und danach freigelassen – allerdings unter strengen Auflagen. Sie war zuvor in Deutschland festgenommen und an Frankreich ausgeliefert worden.

Kabuye gilt als enge Vertraute des Präsidenten Ruandas Paul Kagamé. Frankreich wirft ihr vor, 1994 am Anschlag auf das Flugzeug des damaligen Präsidenten Ruandas beteiligt gewesen zu ein, dem auch der französische Pilot zum Opfer fiel.

In Ruanda reagierten tausende Menschen mit Protesten auf die Nachricht von der Festnahme Kabuyes. Die Regierung wies den deutschen Botschafter aus und beschuldigte Frankreich:

So sagte die Informationsministerin des Landes, nicht Frankreich habe Ruanda etwas vorzuwerfen, vielmehr sei Frankreich dabei gewesen, als der Genozid in Ruanda geplant wurde. Das sei gründlich belegt.

Das Attentat auf den früheren Präsidenten Ruandas war ein Auslöser des Völkermordes, bei dem 800 000 Menschen getötet wurden. Ruanda wirft Frankreich vor, die Ereignisse trotz militärischer Präsenz nicht verhindert zu haben. Außerdem habe Frankreich danach viele Täter geschützt.