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Chaos nach Stichwahl bei Frankreichs Sozialisten

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Chaos nach Stichwahl bei Frankreichs Sozialisten

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Die Entscheidung ist gefallen – aber Klarheit bringt sie noch lange nicht. Martine Aubry ist jetzt die neue Chefin der französischen Sozialisten, als Siegerin der Stichwahl. Nur: Ihr Vorsprung betrug gerade einmal 42 Stimmen – von mehr als 130.000, die von Parteimitgliedern abgegeben wurden.

Ihre Gegnerin Ségolène Royal will Aubrys Sieg daher
nicht anerkennen und fordert eine neue Abstimmung. Noch im Lauf der Nacht hatte sich ihr Lager klar als Sieger gesehen. Man lasse sich diesen
Sieg nicht stehlen, verkündet auch jetzt noch Manuel Valls, ein Royal-Vertrauter.

Die Anhänger von Martine Aubry wollen davon nichts wissen. Es sei doch wohl jetzt sicher, meint Parteigeschäftsführer Razzy Hammadi vom linken Flügel, dass sie die nächste Parteichefin der Sozialisten sei.

Nächste Woche will sich nun der Parteivorstand mit dem Wahlergebnis befassen. Royals Anwalt macht schon klar, dass man mit umstrittenen und anfechtbaren Ergebnissen nicht glücklich sein könne.
Deshalb verlange man eine neue Abstimmung.

Aubry will die Partei links halten, in der Nähe der Gewerkschaften; Royal steuert dagegen in die politische Mitte. Auch eine Spaltung der Partei scheint nicht mehr ausgeschlossen. Eine große Wahl haben die Sozialisten schon lange nicht mehr gewonnen.