Eilmeldung

Eilmeldung

Ukraine: Gedenken an Sowjet-Hungersnot

Sie lesen gerade:

Ukraine: Gedenken an Sowjet-Hungersnot

Schriftgrösse Aa Aa

Die ukrainische Führung hat der großen Hungersnot von 1932-33 gedacht. 75 Jahre nach dieser Katastrophe kamen zu den Gedenkfeiern Gäste aus mehr als vierzig Ländern, darunter Staatspräsidenten aus anderen ehemaligen Sowjetrepubliken.

Eingeladen war auch der russische Präsident, der aber abgelehnt hat. Zwischen beiden Ländern herrscht ein heftiger Streit über die Bewertung der Hungersnot.

Die Ukraine sieht in den damaligen Ereignissen einen gezielten Völkermord der sowjetischen Führung, gerichtet auch gegen mögliche Unabhängigkeitsbestrebungen in der damaligen Ukrainischen SSR.

Diese Führung unter Diktator Josef Stalin wollte damals die sowjetische Landwirtschaft zwangskollektivieren; den Bauern wurden Vieh,
Getreide und Saatgut weggenommen – eine beispiellose Hungersnot war die Folge. Die Ukraine war als “Kornkammer” der Sowjetunion besonders betroffen; einige Millionen Menschen starben, die Schätzungen dazu schwanken stark.

Russland lehnt die Sichtweise eines bewussten Völkermords an den Ukrainern dagegen ab, ebenso wie jede Verantwortung. Es verweist darauf, dass andere Völker ebenfalls unter der damaligen Zwangskollektivierung gelitten hätten, darunter auch das russische Volk selber.