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Neue Gesetze gegen Zwangsehen in Großbritannien

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Neue Gesetze gegen Zwangsehen in Großbritannien

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In Großbritannien gelten seit diesem Dienstag neue Gesetze gegen erzwungene Hochzeiten. Mit bis zu zwei Jahren Haft kann bestraft werden, wer versucht, Jugendliche gegen ihren Willen zu verheiraten.

Einer in diesem Jahr veröffentlichten Studie zufolge rufen allein in der 230.000-Einwohner-Stadt Luton jedes Jahr 300 Menschen beim Nottelefon für Opfer von Zwangshochzeiten an. Die Sozialforscherin Nazia Khanun ist Autorin der Studie. Sie sagt, dass die Opfer sich normalerweise nicht an die Polizei wenden würden, weil sie ihre Eltern nicht bestrafen wollten. Sie seien sehr unglücklich und würden sich manchmal etwas antun, das sei schrecklich, und es überrasche nicht, dass es in diesem Zusammenhang auch Selbstmorde gebe. Exakte Zahlen habe sie nicht, das sei sehr schwierig.

Es sind nicht nur Mädchen, die zwangsverheiratet werden; in 15 Prozent der Fälle handelt es sich um Jungen. Imran Rehman ist einer von ihnen. Seine Mutter habe ihm aber die Wahl gelassen, sagt er: Entweder er stimme der Heirat zu, oder er werde enterbt. Er habe sich für die zweite Alternative entschieden. Die britische Regierung schätzt die Zahl der Zwangsehen auf 3000 pro Jahr, Sozialforscherin Khanun sogar auf 4000. In Großbritannien gelten tausende Jugendliche aus Migrantenfamilien als vermisst – viele könnten von ihren eigenen Eltern verschleppt worden sein.