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Schärfere Gesetze gegen Zwangsehen

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Schärfere Gesetze gegen Zwangsehen

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Großbritannien geht mit schärferen Gesetzen gegen Zwangsehen vor. Mit bis zu zwei Jahren Haft kann künftig bestraft werden, wer Jugendliche zur Heirat zwingt, wie einst Sameem Ali. Über die Zwangsehe mit 13 und ihre Flucht hat sie ein Buch geschrieben. Als Labour-Politikerin und Stadträtin von Manchester versucht sie in Schulen aufzuklären.

Es sei erschreckend, dass ihre Familie einfach akzeptiert habe, was ihr widerfahren sei, und noch immer nicht denke, dass es falsch war – ebenso wie die Gesellschaft, so Ali. Nicht immer sind es Mädchen. Jeder sechste bis siebte Fall betrifft einen Jungen. Die Regierung schätzt die Zahl der Zwangsehen auf 3000 pro Jahr. Von sogar 4000 geht die Sozialforscherin Nazia Khanun aus. Oft wendeten sich die Opfer nicht an die Polizei, weil sie ihre Eltern nicht bestrafen wollten, so Khanun. Die Betroffenen seien sehr unglückich, manchmal täten sie sich etwas an und es überrasche nicht, dass es in diesem Zusammenhang auch Selbstmorde gebe. Leider habe sei keine exakten Zahlen, das sei sehr schwierig. Mit Werbekampagnen informieren die Behörden. Sie können künftig Passe einbehalten und Kinder an der Ausreise hindern. Die meisten Opfer kommen aus Einwandererfamilien, mehr als die Hälfte von ihnen aus Pakistan. Dort wird morgen der britische Außenminister erwartet. Seine Diplomaten befreiten allein in diesem Jahr 400 britische Kinder weltweit.