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Wie weiter auf Grönland?

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Wie weiter auf Grönland?

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Grönland, die größte Insel auf unserem Planeten, zu mehr als 80 Prozent von Eis bedeckt. Seit 1721 die ersten dänischen Walfänger hier vor Anker gingen, steht die Insel unter dänischer Vorherrschaft. Von den etwas mehr als 56.000 Bewohnern gelten 88 Prozent als “Grönländer”, stammen also von einer der drei Inuit-Gruppen ab, die im Laufe der Jahrhunderte die Insel besiedelt haben. Bis 1953 war Grönland dänische Kolonie, seit 1979 gilt der Autonomiestatus. Auf den beriefen sich die Grönländer, als sie 1985 aus der Europäischen Gemeinschaft, dem Vorläufer der EU, austraten. Fischfang und Tourismus sind bisher die einzigen Wirtschaftszweige von Bedeutung Der grönländische Haushalt besteht zu mehr als 30 Prozent aus dänischer Finanzhilfe – im vergangenen Jahr waren das umgerechnet 430 Millionen euro.

Die Insel, die vor rund tausend Jahren die Wikinger wegen der üppigen Vegetation an der Küste die “Grüne” nannten, könnte dank Klimawandel wieder ergrünen. Das würde dann vielleicht auch die Ausbeutung von heute noch unter ewigem Eis verborgenenh Schätzen ermöglichen. Vor allem für diesen Fall wollen die Grönländer mit einer weitergehenden “Selbst-Regierung” gerüstet sein.

Die Regelung, über die heute abgestimmt wird, sieht vor, daß die Grönländer kein Eigentumsrecht an den Bodenschätzen erwerben, sie also nicht verkaufen dürfen. Die Einkünfte aus der Nutzung sollen mit der dänischen Finanzhilfe verrechnet werden. Hans Christian Olsen von der Firma “Nuna Oil” spricht von einem Weg zur Unabhängigkeit durch die Rohstoffe, von denen dann die eigene Wirtschaft leben könne.

Die Grönländer sollen dänische Staatsbürger bleiben ähnlich wie die Bewohner der Färöer-Inseln. Sie sollen aber 32 weitere Bereiche in eigene Verantwortung übernehmen, so daß beim “Mutterland” nur 6 große Zuständigkeitsbereiche bleiben: Jene für Verfassung, Staatsbürgerschaft, Obersten Gerichtshof, Verteidigung und Sicherheit, Währung und Außenpolitik. Das heißt, für ihr erweitertes Selbstbstimmungsrecht sollen die Grönländer auch wachsende wirtschaftliche Verantwortung übernehmen.