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Grönland löst sich weiter von Dänemark

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Grönland löst sich weiter von Dänemark

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Grönland hat einen Schritt zu mehr Unabhängigkeit getan – und sowohl auf der Insel als auch in Dänemark sind die Reaktionen weitgehend positiv. Fast drei Viertel der knapp 50.000 Bewohner stimmten am Dienstag für ein Autonomie-Abkommen, das zuvor mit Kopenhagen ausgehandelt worden war. Auch dem dänischen Regierungschef Anders Fogh Rasmussen macht die Vorstellung, dass die ehemalige Kolonie einst völlig unabhängig werden könnte keine Angst. Er lobte den Ausgang des Referendums und unterstrich, er freue sich nun auf die konkrete Umsetzung der neuen Regeln.

Die Grönländer bleiben weiter dänische Staatsbürger – doch können sie nun ihre Justiz unabhängig verwalten und die Eskimo-Sprache Grönländisch wird offizielle Sprache. Vor allem aber geht um Mitsprache bei der Ausbeutung Bodenschätze – Vor der Polarküste wird Öl vermutet.

“300 Jahre sind wir kolonisiert worden”, sagt Ole Berthelsen in der Hauptstadt Nuuk, “es ist Zeit, dass wir in unserem Land ein Wort mitreden!” Aber es gibt auch kritische Stimmen: Jane Tobiasen, die hier ein Banklehre macht, glaubt nicht dass Grönland schon zu mehr Unabhängigkeit bereit ist. “Wir hinken in so vielen Bereichen hinterher!”

Tatsächlich ist die Insel weitgehend von Dänemark abhängig: Ein gutes Drittel des Budgets besteht aus Überweisungen aus Kopenhagen. Die einzigen Wirtschaftszweige sind Fischfang, sowie ein wenig Tourismus. Und die vermuteten Bodenschätze sind größtenteils noch nicht gefunden.