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Wer steht gegen wen in Thailand?

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Wer steht gegen wen in Thailand?

 Wer steht gegen wen in Thailand?
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Das ist der Mann , der die thailändische Gesellschaft so tief spaltet wie niemand zuvor.
Thaksin Shinawatra self-made-man, Milliardär, Populist.

Für die armen Massen im Lande ist er ihr Held. Nach seiner Wahl 2001 hatte er ihnen erstmals zu einer Gesundheitsversorgung und zu Kleinkrediten verholfen. Mit den Wählerstimmen der Massen machte er sich als erster Politiker unabhängig von den einflußreichen Familien, die bis dahin hinter den Kulissen die Politik bestimmtern.
Die Massen jubelten, als er versprach, Schluß zu machen mit Gesetzesbruch und Unmoral.

Auch seine Gegner setzten auf die Kraft der Massen. Als Gegenkraft schufen sie die “Volksallianz für Demokratie” – PDA- genannte Partei. Und die demonstriert seit 2006 praktisch ununterbrochen.

Den passenden Anlaß lieferte der gewählte Ministerpräsident mit nicht ganz sauberen Aktiengeschäften seiner Familie. So etwas ist in Thailand zwar durchaus üblich – nur profitierten bisher immer jene davon, die er vom Geschäft ausgeschlossen hatte.

Als die Lage gar zu unübersichtlich wurde, zog im September 2006 das Militär die Reißleine und beendete per Putsch das Mandat von Thaksin Shinawatra. Der war praktischerweise gerade außer Landes.

Er ließ sich erst einmal in Großbritannien nieder und widmete sich fortan seinen Geschäften – zum Beispiel dem Kauf und wieder Verkauf des Fußballklubs “Manchester City”.

Daheim blieb er aber so populär, daß sein Vertrauter ohne Probleme Ende 2007 die nächste Wahl gewann. Woraufhin der in Thailand eigentlich wegen Wirtschaftvergehen von der Justiz Verfolgte medienwirksam seine Heimkehr zelebrierte. und wie der Papst den Boden küßte.

Natürlich gaben seine Gegner nicht auf. Kenner der Szene meinen, die spektakulären Proteste seien nur mit Unterstützung oder wenigstens Duldung der Militärs möglich.

Als Thaksins Gattin vor Gericht erscheinen mußte, verließ er das Land sicherheitshalber wieder. So konnte er nur in Abwesenheit verurteilt werden.

Ein Anführer der bei Wahlen bisher immer unterlegenen PDA, die 70 Prozent der Abgeordneten nicht wählen lassen sondern ernennen will, erklärte derweil, Demokratie sei ein westlicher Exportartikel und für Thailand nicht die richtige Antwort.