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Wer steuerte die Fanatiker in Mumbai?

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Wer steuerte die Fanatiker in Mumbai?

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Die letzte schwere Bombenserie in Indien ist noch keinen Monat her. Am 30. Oktober starben im Bundesstaat Assam 84 Menschen. Davor gab es Anschläge am 30. und 13.September, am 26. Juli und am 13. Mai. Bei insgesamt sieben Attentaten verloren mehr als 350 Menschen in diesem Jahr in Indien schon ihr Leben. Was da geschieht läßt sich nicht mehr allein mit den traditionellen Destabilisierungsversuchen von Pakistan und Bangladesh erklären. Die bisher unbekannte Gruppe “Deccan Mujahideen” gehört wohl zu diesem Mikrokosmos islamistischer Fanatiker, bei denen keiner genau weiß, wieweit sie von außen beeinflußt oder gar gesteuert werden. Es ist auch die Rede von zahlreichen al Kaida-Aktivisten, die bei indischen Glaubensbrüdern untergetaucht sind.

Eine an der Freien Universität von Brüssel forschende Expertin meint, man müsse erst einmal herausfinden, wer diese “Deccan Mudschaheddin” überhaupt seien oder ob sie den Namen Mudaschaheddin nur nutzten, um Aufmerksamkeit zu erregen. Sie spricht auch von der Möglichkeit einer Verbindung mit islamistischen Gruppen aus Afghanistan oder von der indische Grenze zu Kaschmir. Den Angriff auf Indiens Wirtschafts- und Finanzmetropole sieht die Expertin als Absichtserklärung, Indien schwächen zu wollen. Vor allem aber sieht sie in dem Anschlag den Hinweis darauf, daß sich Problme angehäuft hätten, um die sich die Regierung kümmern müsse.

Bisher kannte man in Indien zwei Islamistengruppen, die beide von Pakistan und Bangladesh aus operierten. Die meisten ihrer Anführer waren im vergangenen Jahr verhaftet worden. Früher gab es auch eine islamistische Studentenbewegung, die nach den Anschlägen von 2001 in New York verboten wurde und seither nichts mehr von sich hören ließ.