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EU-Bericht zu Pharmakonzernen: Bestechung, Preisabsprachen und Schmiergeldzahlungen

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EU-Bericht zu Pharmakonzernen: Bestechung, Preisabsprachen und Schmiergeldzahlungen

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Die EU-Kommission hat schwere Vorwürfe gegen die Pharmaindustrie erhoben. Einem EU-Zwischenbericht zufolge behindern Arzneikonzerne systematisch die Einführung günstigerer Nachahmer-Medizin, so genannter Generika. So zahlen sie Generika-Herstellern hohe Summen, damit billigere Medizin später oder gar nicht auf den Markt gebracht wird. Dafür sollen in den letzten sieben Jahren Schmiergelder in Höhe von 200 Millionen Euro geflossen sein.

Praktiken, denen Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes den Kampf ansagt: Patent-Häufungen gehörten zu den schädigendsten Praktiken, die die Markteinführung konkurrierender Arzneimittel verzögerten oder ganz verhinderten.

Zu Patent-Häufungen kommt es, wenn ein Pharmaunternehmen die Zusammensetzung eines Medikaments minimal verändert, um dadurch den Patentschutz verlängern zu können. In einem Fall sei ein Arzneimittel mit bis zu 1300 Patenten belegt worden, so Kroes.

Für den Zwischenbericht hat die Kommission in 17 EU-Staaten Stichproben aus den vergangenen sieben Jahren genommen. Ihr Ergebnis: Drei Milliarden Euro könnten eingespart werden, wenn günstigere Nachahmer-Produkte schneller auf den Markt kämen. Diese kosten in den meisten Fällen mindestens 20 Prozent weniger als das Originalmedikament. Strafen sind zunächst nicht geplant, Kroes will erst das Gespräch mit den Pharmakonzernen suchen.