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Rücktritte nach Anschlägen von Mumbai

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Rücktritte nach Anschlägen von Mumbai

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Nach den Anschlägen von Mumbai, dem früheren Bombay, hat der indische Innenminister seinen
Rücktritt eingereicht. Auch der Nationale Sicherheitsberater ist diesem Schritt inzwischen gefolgt.

Die Serie von Anschlägen und Geiselnahmen wurde gestern beendet. Indische Sondereinheiten töteten die letzten Geiselnehmer, die sich noch im Luxushotel Taj Mahal verschanzt hatten.

Die Stimmung in der Presse und in der Öffentlichkeit
richtet sich jetzt zunehmend gegen die Politiker. Dieser Zorn trifft sowohl Regierung als auch Opposition: Die Regierung, weil es überhaupt zu diesen Anschlägen kommen konnte – und beide Seiten, weil sie in den Augen mancher die Vorfälle für den Wahlkampf ausnutzen: An diesem Wochenende wird in der Provinz Delhi gewählt, spätestens im Mai steht eine Parlamentswahl an.

Manche Menschen gehen auf die Straße, um ihrer Wut auf die Politik Luft zu machen. “Wir haben nur eine Frage”, sagt einer von ihnen vor dem Taj Mahal: “Was hat die Regierung unternommen? Was ist schiefgelaufen? Wir hatten doch gerade erst den Anschlag in Pakistan, auf das Marriott-Hotel: Da haben doch unsere Geheimdienste jetzt völlig versagt!”

Pakistan ist auch das Stichwort, wenn es um weitere
Anschuldigungen geht: Nach Angaben der indischen
Regierung gibt es Beweise dafür, dass die Attentäter aus Pakistan kamen. Einzelheiten nennt sie aber nicht. Um das Verhältnis der beiden Länder steht es auch so nicht zum Besten. Pakistan hat die
Anschläge aber verurteilt und bestreitet jede Verwicklung.

183 Tote – das ist inzwischen die offizielle Bilanz der Anschläge von Bombay. Mehr als zwanzig von ihnen waren Ausländer, die in den beiden attackierten Luxushotels wohnten. Auch neun Angreifer wurden getötet, ein zehnter lebend gefasst.