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Protest europäischer Metallarbeiter in Brüssel gegen CO2-Kompromiss

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Protest europäischer Metallarbeiter in Brüssel gegen CO2-Kompromiss

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Den Tod der Stahlindustrie befürchten Metallarbeiter, sollte die Europäische Union an der Einigung zu Grenzwerten für Autoabgase festhalten: Rund achttausend Beschäftigte der europäischen Metallbranche forderten in Brüssel Maßnahmen, um die Industrie vor dem Klimaschutz zu schützen. Vertreter des Europa-Parlaments und der Europäischen Kommission sowie der Mitglieds-Staaten hatten sich zuvor auf einen Kompromiss zur Begrenzung des Kohlendioxid-Ausstoßes verständigt, – doch Beschäftigte der Branche sehen weiter Gefahren: Es sei schon viel investiert worden in den Umweltschutz, sagte ein Demonstrant aus Österreich, aber es müsse auch verhindert werden, dass Arbeitsplätze in andere Länder verlegt würden.

Wie die Gewerkschaften sind auch Unternehmensverbände unzufrieden mit dem Kompromiss, obwohl der übergangsweise ein höheren CO2-Gesamtausstoß zulässt. Den Protest in Brüssel hatte der Europäische Metallgewerkschaftsbund EMB organisiert. Die Stahlindustrie und die Nichteisen-Metallindustrie seien von strategischer Bedeutung, sagte EMB-Generalsekretär Peter Scherrer, die Branche müsse unbedingt geschützt werden. Umweltschutzorganisationen hingegen sehen die EU-Einigung als weitgehendes Zugeständnis an die Industrie – so die Organisation Friends of the Earth. Und bei Greenpeace hieß es sogar, die Autoindustrie habe die Verhandlungen “die ganze Zeit lang gesteuert” (Greenpeace-Verkehrsexpertin Franziska Achterberg).