Eilmeldung

Eilmeldung

Über 100 Staaten unterzeichnen Konvention gegen Streubomben

Sie lesen gerade:

Über 100 Staaten unterzeichnen Konvention gegen Streubomben

Schriftgrösse Aa Aa

Der Vertrag zur Ächtung von Streubomben wird am Mittwoch in Oslo unterzeichnet. Mehr als hundert Staaten hatten den Vertrag im Mai in Dublin ausgehandelt. Als größte Schwäche gilt, dass die weltweit wichtigsten Produzenten und Verwender von Streubomben dem Abkommen fernbleiben. Zu ihnen gehören die Vereinigten Staaten, China, Russland, Israel, Indien und Pakistan.

Streubomben öffnen sich in der Luft und können viele kleine Sprengsätze über ein großes Gebiet verteilen. Sie gelten als besonders heimtückisch und gefährlich für Zivilisten. Ein Drittel aller Opfer von Streubomben sind Kinder. Im Vietnamkrieg warf die US-Luftwaffe über Laos 260 Millionen Streubomben ab. Bislang wurden weniger als 400.000 unschädlich gemacht, das ist weniger als ein halbes Prozent.Mindestens 11.000 Menschen wurden in Laos ein Opfer der Streubomben. Etwa vier Millionen Streukörper verteilte die israelische Armee im Libanon-Krieg 2006 über dem Südlibanon.

Eine Vorreiterrolle nehmen Österreich und Spanien ein. Als weltweit erstes Land hat Österreich bereits im Januar ein Totalverbot von Streumunition beschlossen. Spanien wird bis zum Frühjahr 2009 praktisch alle im Land gebunkerten Streubomben vernichten, die Vertragsstaaten haben dafür acht Jahre Zeit.