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Europa rüstet sich: mit massiven Zinssenkungen gegen die Rezession

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Europa rüstet sich: mit massiven Zinssenkungen gegen die Rezession

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Das Weihnachtsgeschäft ist in vollem Gange – ob es allerdings hilft, die wirtschaftliche Lage noch zu verbessern ist wohl zu bezweifeln. Denn die Eurozone ist ganz offiziell in die Rezession abgerutscht. Die gesamte Wirtschaftsleistung schrumpfte im dritten Quartal laut Eurostat um 0,2 Prozent – ganz wie schon im zweiten Vierteljahr.

Die Europäische Zentralbank zog daraus die Konsequenzen. Mit einer massiven Zinssenkung von 75 Basispunkte auf 2,5 Prozent soll das Schlimmste noch verhindert werden. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet stimmte die Europäer auf harte Zeiten ein. Wegen der anhaltenden Turbulenzen auf den Finanzmärkten sei frühestens 2010 wieder mit Nachfrageanstieg und Erholung zu rechnen. Unterdessen rief EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso angesichts der Serie von Konjunkturpaketen erneut zu koordiniertem Handel auf. Allein schon um negative Nebenwirkungen der nationalen Programme bei Nachbarländern zu vermeiden, sagte Barroso vor einem Ausschuss des EU-Parlaments in Brüssel. Auch die Bank von England senkte an diesem Tag ihren Leitzins – und zwar um einen vollen Punkt auf zwei Prozent. Das ist der tiefste Stand seit 1951. Niedriger waren die Zinsen seit der Gründung der Bank im Jahre 1694 noch nie. Nahezu halbiert wurden die Leitzinsen in Schweden. Die Reichsbank in Stockholm reduzierte sie um 175 Basispunkte auf zwei Prozent. Auch sie begründete ihren Schritt mit der Krise.