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Spanien betroffen von Mord an baskischem Unternehmer

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Spanien betroffen von Mord an baskischem Unternehmer

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Der Mord am baskischen Bauunternehmer Ignacio Uría hat viele in Spanien erschüttert. Unter den Trauernden in Azpeitia war auch der Ministerpräsident des Baskenlands, Juan José Ibarretxe. In Madrid verurteilten die Abgeordneten in einer gemeinsamen Erklärung aller Fraktionen das Attentat auf den 71-Jährigen.

Der fünffache Familienvater war gestern unweit des Sitzes seiner Firma erschossen worden. Er hatte sich mit Freunden zum Kartenspielen verabredet. Die Polizei fahndet nach drei Attentätern, die mit einem gestohlenen Auto flüchteten. Regierungschef José Luis Rodriguez Zapatero beschuldigte die baskische Untergrundorganisation ETA, hinter der Bluttat zu stecken. Gemeinsam mit Oppositionchef Mariano Rajoy erwies der dem aufgebahrten Leichnam die letzte Ehre. Der frühere Chef der regierenden baskischen Nationalisten Xabier Arzalluz sagte, die Attentäter hätten sich ein einfaches Opfer ausgesucht. Uría habe keine Leibwächter gehabt und jeden Tag den gleichen Weg zurückgelegt. Und wahrscheinlich sei sein nahes Umfeld daran beteiligt. Urías Unternehmen war am Bau einer Schnellzugstrecke beteiligt. Die ETA sabotiert das Projekt. Das Attentat ist aber auch ein indirekter Schlag gegen die seit 25 Jahren regierenden Nationalisten, die das Projekt fördern. Bei den Angestellten sitzt der Schock tief. Das sei ein schwerer Schlag, sagt einer der rund Dreihundert, die sich versammelt haben. Es habe Anschläge auf Maschinen und Büros gegeben, aber auf ein Menschenleben? Das sei unakzeptabel. ETA-Sympathisanten verübten bereits mehr als 30 Sabotageakte gegen das Milliardenprojekt. Es soll drei baskische Metropolen mit Madrid und Frankreich verbinden. Während der vergangenen 40 Jahre starben durch Anschläge der ETA mehr als 800 Menschen.