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Kanadas Regierungskrise spitzt sich zu

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Kanadas Regierungskrise spitzt sich zu

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Die Regierungskrise in Kanada spitzt sich zu: Die Opposition will Regierungschef Stephen Harper ablösen, und zwar am Montag mit einer Vertrauensabstimmung im Parlament.

Harper will seinerseits das Parlament vorerst vertagen lassen, so dass es zu dieser Abstimmung nicht kommen könnte. In Zeiten weltweiter wirtschaftlicher Unsicherheit, sagt Harper, könne Kanada nicht von einer Koalition regiert werden, zu der Separatisten gehörten.

Der Konservative Harper führt seit knapp drei Jahren eine Minderheitsregierung und wurde erst im Oktober wiedergewählt. Die anderen drei Parteien im Parlament wollen sich nun zusammentun, darunter – und darauf spielt Harper an – der Bloc Québécois, der für die Unabhängigkeit der französischsprachigen Provinz Quebec eintritt.

An Harpers Stelle will die Opposition Stéphane Dion, den Chef der Liberalen. Der verspricht, er werde in diesem Amt Tag und Nacht gegen die Wirtschaftskrise kämpfen. Er wolle alles Nötige tun, um ihre Auswirkungen auf die Kanadier zu minimieren.

Harper will aber seinen Plan heute der Generalgouverneurin Michaëlle Jean vorstellen. Sie vertritt das Staatsoberhaupt, die britische Königin, und muss über solche Verfassungsbelange entscheiden.