Eilmeldung

Eilmeldung

EU-Gericht verbietet Speicherung von DNA-Profilen

Sie lesen gerade:

EU-Gericht verbietet Speicherung von DNA-Profilen

Schriftgrösse Aa Aa

Großbritannien ist wegen seiner Praxis der Speicherung von DNA-Profilen verurteilt worden. Bislang speicherten die britischen Behörden Daten von Verdächtigen auch dann, wenn diese nicht schuldig gesprochen wurden. Zwei Betroffene hatten vergeblich versucht, ihre DNA-Profile aus den Datenbanken der Behörden entfernen zu lassen. Ihr Gang zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg war erfolgreich. Die Richter entschieden, dass Großbritannien die Persönlichkeitsrechte der Kläger verletzt habe, und sprachen jedem der beiden eine Entschädigung in Höhe von 42.000 Euro zu. Die britische Innenministerin Jacqui Smith zeigte sich von der Entscheidung enttäuscht und meinte, die Speicherung solcher Daten sei unerlässlich im Kampf gegen das Verbrechen.

Derzeit bewahren die britischen Justizbehörden rund 4,5 Millionen DNA-Profile und Fingerabdrücke auf – auch von Menschen, die freigesprochen wurden oder gegen die eine Klage fallengelassen wurde. Menschenrechtsgruppen schätzen, dass nun mindestens 85.000 DNA-Profile aus den Datenbanken entfernt werden müssen.