Eilmeldung

Eilmeldung

EZB federt Rezession ab

Sie lesen gerade:

EZB federt Rezession ab

Schriftgrösse Aa Aa

Mit einer bisher nie dagewesenen Zinssenkung flankieren die Währungshüter in Frankfurt am Main die Konjunkturpakete der europäischen Regierungen. Die Europäische Zentralbank senkte den Leitzins um 75 Basispunkte auf 2,5 Prozent – so stark wie noch nie seit der Gründung der Europäischen Währungsunion. Ursache dafür ist die wirtschaftliche Lage. Die Eurozone ist offiziell in die Rezession gerutscht. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet stimmte die Europäer auf harte Zeiten ein.

“Die Entscheidung der EZB ist richtig”, so ein Börsenhändler. “50 Basispunkte wären zu wenig gewesen, 100 zuviel. Deflations-Tendenzen, gegen die wir täglich kämpfen, werden damit beseitigt.” Die internationale Finanzkrise hat sich zu einer Wirtschaftskrise ausgeweitet. Die Aufträge der Industrie brechen ein und den Konsumenten vergeht die Kauflust. Ian McCafferty vom Verband der britischen Industrie bleibt skeptisch: “Die Zinssenkung muss sich erst in der ganzen Wirtschaft durch niedrigere Zinsen, bei den Verbrauchern durch Hypotheken und im Handel durch Darlehen bemerkbar machen.”

Die Bank of England senkte ihren Leitzins um einen vollen Punkt auf zwei Prozent. Frankreich will die Konjunktur mit einem Programm ankurbeln, das ein Volumen von 26 Milliarden Euro hat. Die Antwort der Regierung in Paris auf die Krise sind Investitionen.