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Notstand wegen Cholera in Simbabwe

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Notstand wegen Cholera in Simbabwe

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In Simbabwe gilt angesichts der grassierenden Cholera nun der Notstand. In den letzten Tagen hat sich die Lage verschärft. Grund dafür ist nach Angaben des Roten Kreuzes der mangelnde Zugang zu sauberem Trinkwasser. Das Wasser werde durch das schadhafte Leitungssystem verschmutzt. Die Helfer befüchten noch Schlimmeres, durch
verstärkten Regen und den baldigen Beginn der Überschwemmungszeit.

“Ich habe Angst”, sagt ein Mann, der hier aus einem Erdloch schöpft; “trinken würde ich von dieser Stelle nie was. Es ist schlimm, dass die Leute keine andere Möglichkeit haben. Es gibt ja kein Wasser, also müssen sie es aus diesen ungeschützten Brunnen holen.”

Nach Angaben der UNO wurden bisher über zwölftausend Cholera-Fälle registriert, mehr als fünfhundert Menschen starben – die Dunkelziffer kennt niemand.

Wer kann, flüchtet sich in die Nachbarländer. Ein Arzt in einem Krankenhaus im südafrikanischen Musina sagt, in Simbabwe würden die Leute nicht versorgt. Deshalb nähmen sie so lange Strecken zu Fuß auf sich, noch dazu dehydriert, um hier behandelt zu werden und damit ihr Leben zu retten.

Die Cholera ist nicht die einzige Plage in Simbabwe: Die Wirtschaft liegt am Boden, die Inflation ist astronomisch hoch – und auch Monate nach der umstrittenen Präsidentenwahl vom März ist die Machtverteilung im Land ungeklärt.