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Polnische Kumpel haben Angst um Arbeitsplätze

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Polnische Kumpel haben Angst um Arbeitsplätze

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Die Angst geht um in Kattowitz und anderen polnischen Kohlestädten: Tausende Bergarbeiter fürchten wegen des EU-Klimapakets um ihre Jobs. Bislang war die Kohleförderung ein Arbeitsplatzgarant. Mehr als die Hälfte der Kohle in der gesamten EU wird in Polen gefördert; die Vorräte reichen noch für 300 Jahre. Aber Kohle ist auch ein Umweltverschmutzer und daher in der EU unbeliebt.

Warschau befürchtet nun, dass das Wirtschaftswachstum gebremst wird – und die Bergleute haben Angst vor der Arbeitslosigkeit. “Ich arbeite seit 22 Jahren in dieser Mine”, erzählt Andzej Jaromin. “Wenn sie beginnen, die Bergwerke zu schließen, werden viele von uns ihre Jobs verlieren.” Nicht nur die Bergleute machen sich Sorgen. Auch die Bewohner von Kattowitz wissen, wie wichtig der Kohlebergbau für ihre Stadt ist. “Umweltschutz ist natürlich wichtig, aber dasselbe gilt auch für die Arbeitsplätze der Kumpel”, meint Maria Potpora. “Es gibt viele Bergleute in Polen und sie alle haben Familien, die sie ernähren müssen.”

Umweltschützer sehen das naturgemäß anders: Greenpeace-Aktivisten besetzten zwei Tage lang den Schornstein eines Kohlekraftwerks in Konin, um Warschau dazu zu bewegen, dem EU-Klimapaket zuzustimmen. In Posen, wo die Klimakonferenz stattfand, zogen mehr als 1000 Menschen in einem friedlichen Protestmarsch durch die Stadt.