Eilmeldung

Eilmeldung

Irisches Schweinefleisch wandert in die Tonne

Sie lesen gerade:

Irisches Schweinefleisch wandert in die Tonne

Schriftgrösse Aa Aa

Irisches Schweinefleisch muss komplett vom Markt genommen werden – es könnte mit krebserregendem Dioxin verseucht sein. Alle Produkte, die seit dem 1. September verkauft wurden, sollen nun im In- und Ausland vernichtet werden. Irisches Schweinefleisch wird zu 50 Prozent nach Großbritannien exportiert, aber auch nach Deutschland und in andere Länder der EU sowie nach Russland, Japan und in die USA – insgesamt in 25 Länder.

Im Schlachtfleisch einiger irischer Farmen waren chemische Substanzen gefunden worden, die Konzentration war 80 bis 200 Mal höher als erlaubt. Der irische Premierminister Brian Cowen: “Wir tun alles Erdenkliche, um das Vertrauen in die Industrie wieder herzustellen. Das Problem ist eingekreist, Untersuchungen sind in Gang gesetzt. Wir werden alles tun, um das öffentliche Vertrauen wieder aufzubauen.”

Hinweise auf PCB – Polychlorierte Biphenyle – waren in Tierfutter entdeckt worden, das an 47 Bauernhöfe in Irland geliefert wurde. In Schlachtfleischproben war bis zum 200fachen der erlaubten Konzentration gefunden worden.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in Berlin besteht für die Verbraucher in Deutschland keine unmittelbare Gesundheitsgefahr. Wer auf Nummer Sicher gehen will, wählt die irische Lösung – die Iren vernichten vorsichtshalber alle Produkte wie Würstchen, Speck oder rohes Fleisch. Selbst Pizzen mit Schinkenbelag wandern in die Tonne.

Die Schweinewirtschaft ist einer der größten Sektoren der irischen Agrarwirtschaft, rund 7000 Menschen sind dort beschäftigt. Der Export wird auf 368 Millionen Euro beziffert, nach ersten Schätzungen werden jährlich rund 9000 Tonnen nach Deutschland geliefert.