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Kongo: Regierung spricht mit Rebellen - Ziel Waffenstillstand

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Kongo: Regierung spricht mit Rebellen - Ziel Waffenstillstand

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Unterhändler der Regierung der Demokratischen Republik Kongo sprechen zum erstenmal direkt mit Vertretern der Bewegung von Rebellengeneral Laurent Nkunda. Bisher hatte die Regierung das strikt abgelehnt. Ort der Gespräche ist die kenianische Hauptstadt Nairobi. Der kongolesische Außenminister Alexis Thambe Mwamba kündigte ein erstes Treffen bereits für Montag an, berichtet die BBC. Ziel sei ein Waffenstillstand. Mwamba hatte das Treffen mit Ruandas Außenministerin Rosemary Museminali in der umkämpften Stadt Goma vorbereitet. “Der direkte bilaterale Kontakt ist zustande gekommen”, sagte er, “jetzt geht es vorwärts, langsam aber sicher.”

Die beiden Aussenminister sicherten einander schriftlich zu, keine Rebellenorganisationen mehr zu unterstützen. Der Kongo hatte Ruanda seit langem vorgeworfen, auf der Seite der Rebellen um Nkunda zu stehen. “Ruanda ist stolz, innerhalb der Region seínen Beitrag zu leisten”, so Museminali: “Als Basis dienen frühere Abkommen, die wir alle umgesetzt haben.”

Goma im Osten des Landes ist weitgehend von Nkundas Truppen umzingelt. Nkunda gehört zur Volksgruppe der Tutsi und war 1994 am Sturz des Hutu-Regimes in Ruanda beteiligt, der dem Völkermord an mindestens 800 000 Tutsi und gemäßigten Hutu ein Ende machte. Sein Vorwurf an die kongolesische Regierung: Sie unterstütze Hutu-Milizen, die nach dem Völkermord im heutigen Kongo Unterschlupf gefunden hätten.

Vor den Kämpfen sind seit Ende August nach UN-Schätzungen 250 000 Menschen geflohen, das Schicksal von 90 000 Flüchtlingen ungeklärt. Flüchtlinge im Osten des Landes berichten von Massenerschießungen.