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EU setzt Militär gegen Piraten ein

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EU setzt Militär gegen Piraten ein

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Die Europäische Union hat erstmals in ihrer Geschichte mit einem Militäreinsatz gegen Piraten vor der Küste Somalias begonnen. Die dänische Fregatte “Absalon” ist bereits vor Ort. Die Mannschaft überwacht derzeit en mutmaßliches Piratenschiff, ein Mandat einzugreifen hat sie nicht. Die Mission “Atalanta” zur Bekämpfung der Seeräuber soll an diesem Montag von den Außenministern der EU in Brüssel gebilligt werden. Am Dienstag wollen Militärs über den Operationsplan und die Einsatzregeln informieren. Am Mittwoch entscheidet die Bundesregierung über die deutsche Beteiligung. Die EU-Flotte mit geplanten sechs Kriegsschiffen und drei Aufklärungsflugzeugen wird einen NATO-Verband ablösen, der in dem Seegebiet bisher Handelsschiffe geschützt hat. Auch private Sicherheitsfirmen sind vor Ort.

Der Chef dieses französischen Unternehmens in Marseille sagt, die eigenen Leute würden keiner Gefahr ausgesetzt. Es dürfe keine bewaffneten Auseinandersetzungen geben, doch man bewege sich mit großer Geschwindigkeit in der Region und versuche dennoch möglichst diskret dabei zu sein. Als kompliziert gelten Rechtsfragen zum Umgang von Soldaten mit festgenommenen Piraten und deren möglicher Strafverfolgung. Die deutsche Bundesregierung etwa hat dafür drei Optionen festgelegt. Danach werden Verdächtige für ein Strafverfahren nur dann nach Deutschland gebracht, wenn wichtige deutsche Interessen verletzt wurden. Deutschland will bis zu 1400 Soldaten bereitstellen.