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Unruhen in Athen greifen auf andere Landesteile über

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Unruhen in Athen greifen auf andere Landesteile über

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Chaos in Griechenland: Die Unruhen, die am Samstag abend nach dem Tod eines Jugendlichen durch eine Polizeikugel ausgebrochen waren, haben sich in der Nacht zum Montag fortgesetzt. Hunderte Demonstranten verschanzten sich in der Polytechnischen Universität in Athen und bewarfen die Polizisten mit Brandsätzen und Steinen. Die Polizei verteidigte sich ebenfalls mit Steinwürfen – offenbar waren ihre Tränengasvorräte erschöpft. Nach griechischem Gesetz dürfen die Sicherheitskräfte das Universitätsgelände nicht betreten.

Auch in anderen Landesteilen kam es zu schweren Unruhen, so in den Städten Ioannina oder Thessaloniki oder auf den Inseln Kreta und Korfu. Überall wurden Geschäfte, Bankfilialen und auch Privathäuser verwüstet, Autos gingen in Flammen auf. Auch in der westgriechischen Hafenstadt Patras lieferten sich Hunderte Aktivisten erbitterte Straßenschlachten mit der Polizei.

Der Polizist, der den tödlichen Schuss auf den Jugendlichen abgegeben hatte, wurde in Untersuchungshaft genommen. Er sagte aus, er habe lediglich Warnschüsse abgefeuert, ein Querschläger habe den 15-jährigen getroffen. Augenzeugen allerdings berichten von einer verbalen Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Polizist direkt in die Richtung des Jungen geschossen habe. Bei dem Opfer handelte es sich um den Sohn eines bekannten Athener Juweliers. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Polizisten wegen Totschlags.