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Macher und Familie verteidigen Sterbehilfe-Doku

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Macher und Familie verteidigen Sterbehilfe-Doku

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Nach der Ausstrahlung der Dokumentation über den begleiteten Selbstmord eines Todkranken haben Familie und Macher den Film verteidigt. Ein britische Spartensender hatte gezeigt, wie der gelähmte Informatikprofessor Craig Ewert eine tödliche Dosis Schlafmittel schluckt und sein Beatmungsgerät abschaltet. Die Kamera lief weiter.

Ihr Mann sei Lehrer gewesen, als Lehrer habe er diesen Film gemacht, so Ewerts Frau Mary. Er habe die Wahl zwischen Tod und einem Tod mit Leiden gehabt. Ein früheres Sterben sei für ihn die logische Entscheidung gewesen.

Der zwei Jahre alte Film war zuvor in anderen Ländern ausgestrahlt worden. Gegner der Sterbehilfe sprechen von Voyeurismus und warnen vor Nachahmern.

Der Macher, Osar-Preisträger John Zaritsky, verteidigte seine Dokumentation: “Wenn man über begleiteten Selbstmord oder Sterbehilfe spricht, ist es für die Zuschauer wichtig, das Ganze in seiner Gesamtheit zu verfolgen. Wenn Sie nicht sehen, wie ein Mensch in der Schweiz durch begleiteten Selbstmord stirbt, bleiben Fragen zurück: Wie lang musste er leiden? Litt er, als er starb? War es friedlich und sanft oder brutal und traumatisch?”

Für seinen Freitod war Ewert mit seiner Familie in die Schweiz gereist. Dort ist Sterbehilfe nicht strafbar, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern in Europa. Immer wieder versuchen Todkranke, Straffreiheit für jene zu erhalten, die ihnen beim Sterben helfen.