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Athen kommt nicht zur Ruhe

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Athen kommt nicht zur Ruhe

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Am sechsten Tag nach Ausbruch der Unruhen kommt Athen langsam zur Ruhe, aber noch nicht ganz. In Korydallos und anderen Vororten und Vierteln der griechischen Hauptstadt griffen Randalierer Polizeistationen an. Auch um die technische Hochschule kam es weiter zu Ausschreitungen.

Seit Ausbruch der Unruhen am Samstag, als ein 15-Jähriger durch eine Polizeikugel getötet wurde, wurden mindestens 70 Menschen verletzt und rund 100 verhaftet. Hunderte Schüler distanzierten sich von der Gewalt. Friedlich blockierten sie das Rathaus und Straßenkreuzungen. Mehr als 550 Geschäfte wurden allein in Athen beschädigt. Die Regierung hat jedem Besitzer 10.000 Euro versprochen, aber darauf möchte Michael Bernelos nicht warten: “Ich will nicht wissen, ob, wann und wo es Geld gibt. Ich will meinen Laden wieder öffnen. Ich will dass die Arbeiter fertig werden. Ich will kein Mitleid, keine Hilfen.” Zu der finanziellen kommt die seelische Belastung. Zwei von drei Griechen glauben, dass die Regierung zu zögerlich auf die Krise reagierte. Die Opposition forderte Neuwahlen. In Umfragen liegt sie vorn.