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Tony Judt erhält Europäischen Buchpreis

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Tony Judt erhält Europäischen Buchpreis

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Der britische Historiker Tony Judt ist in Brüssel mit dem zweiten Europäischen Buchpreis geehrt worden. Er erhält die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für sein Werk “Postwar: A History of Europe Since 1945”. Aus gesundheitlichen Gründen bedankte sich der 60-Jährige von seinem Arbeitsort New York aus per Videobotschaft.

“Die Menschen fragen nicht nach Europas Problemen, sondern wie es die Europäer geschafft haben. Das betrifft gerade mein Buch: Erklären Sie uns, wie Europa seine Vergangenheit überwinden konnte”, so Judt. Und er räumt ein: “Das Problem einer Geschichte Europas ist, dass es unmöglich ist, ihr gerecht zu werden. Und gleichzeitig sehr einfach, das angemessene Verständnisniveau zu verfehlen.” In seiner “Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart” – so der deutsche Titel, beschreibt Judt den Wiederaufbau eines gedemütigten Kontinents – ohne Westeuropa in den Mittelpunkt zu rücken. Das Werk war auch für den Pulitzer Prize nominiert. Die Entstehung der EU-Institutionen wird im Buch nur am Rande erwähnt. Dennoch war die Jury, bestehend aus zehn Korrespondenten, überzeugt. Ebenso EU-Chefdiplomat Javier Solana: “Wer verstehen will, was nach dem Zweiten Weltkrieg auf diesem Kontinent passiert ist, der muss dieses Buch lesen.” Und auch der frühere belgische Ministerpräsident Guy Verhofstadt, im vergangenen Jahr erster Preisträger, empfiehlt die Lektüre: “Das ist ein bemerkenswertes Buch, das erklärt, was während der vergangenen Jahrzehnte geschah, und vielleicht sollte man es allen Iren geben, damit sie beim nächsten EU-Referendem mit Ja stimmen.”