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Amerikas Autokrise beschleunigt den Niedergang Detroits

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Amerikas Autokrise beschleunigt den Niedergang Detroits

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Die Autohaupstadt Amerikas an den Ufern des Lake Erie im Mittleren Westen ist ein rauhes Klima gewohnt. Doch eine Insolvenz von General Motors und Chrysler könnte den Winter in Detroit zu einer wirtschaftlichen Eiszeit werden lassen. Nicht erst seit gestern sollten Besucher bestimmte Viertel zumindest als Fußgänger meiden. Der soziale Niedergang der Stadt könnte aber noch schlimmer werden.

Die Zahl der direkt Beschäftigten der Großen Drei und des wichtigen Zulieferers Visteon beläuft sich auf insgesamt mehr als 200.000. Da macht es nichts, dass sich Ford wohl noch etwas länger über Wasser halten kann. Mindestens ein Hersteller werde nicht überleben, sagt Autoanalyst Alexander Law. Die aktuelle Krise sei das Ergebnis Jahre langer strategischer Fehlplanungen. Man habe die Kosten ausufern lassen und sei in vielem zu großzügig gewesen. Detroit lebt heute von der Erinnerung an die goldenen Zeiten des Automobils. Jahrzehnte lang waren die legendären Straßenkreuzer der Ausdruck von Amerikas wirtschaftlichem Optimismus. Und bis zuletzt rollten von den Bändern in Detroit PS-Monster, die wie ein Hohn auf hohe Benzinpreise und den Umweltschutz wirkten. Die Finanzkrise scheint nun der seit langem schwächelnden Branche den Todesstoß zu versetzen, wenn nicht noch ein politisches Wunder geschieht. Dafür soll demnächst die neue Regierung Obama sorgen. Für viele der demnächst Arbeitslosen könnte das aber zu spät kommen.