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Griechischer Student erklärt Krawalle

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Griechischer Student erklärt Krawalle

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Michalis Sarantis lebt in Athen. Der 27jährige ist Mitglied der Gruppe “Generation 700” , einem Zusammenschluß junger Griechen zwischen 25 und 35 Jahren, die monatlich rund 700 Euro verdienen. Zuwenig zum Leben und zu viel zu Sterben. Wegen der alltäglichen hohen Kosten lebt Michalis noch bei seiner Mutter. Er kann gut verstehen, weshalb die Jugendlichen so wütend protestieren und sagt: “ Der Tod des 15jährigen hat das Faß zum Überlaufen gebracht. Wir kämpfen hier um unsere Existenz. Wir sehen, daß wir es nicht schaffen. Wir sind wütend, haben Angst. Der Tod des 15jährigen Jungen durch einen Polizisten, der uns eigentlich beschützen soll – da ist etwas zerbrochen in unserer Gesellschaft. Wir kommen gegen die Mißstände nicht mehr anders an.”

Michalis ist nicht zur Armee gegangen, weil er dort kein Einkommen hat und Schulden nicht zurückzahlen könnte.. Er sagt weiter: “ Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 25 Prozent. Die einzige Sicherheit die wir haben liegt darin, auch in Zukunft keinen angemessen Job zu finden.” Die Kluft zwischen arm und reich wird in Griechenland immer größer. Das Mindesteinkommen beträgt 658 Euro monatlich. Besserung ist auch für Gutausgebildete nicht in Sicht. Die Proteste in Griechenland gehen tiefer und werden wohl andauern.