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50-Milliarden-Betrug - wie geht das eigentlich?

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50-Milliarden-Betrug - wie geht das eigentlich?

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Die Reaktionen reichen von Unglauben bis Entsetzen: ein 50-Milliarden-Dollar-Betrug – wie konnte das geschehen? Diese Frage stellt sich derzeit die amerikanische Öffentlichkeit.

Bernard Madoff bediente sich bei seinem Finanzgeschacher dem sogenannten Ponzi-System, benannt nach dem US-Finanzier Charles Ponzi, der in den 1920er Jahren mittels einer fiktiven Finanzpyramide zum Millionär wurde. Schneeball-System wäre vielleicht treffender. Madoff versprach Anlegern hohe Renditen von zehn bis zwölf Prozent. Dieses Geld zahlte Madoff nicht von wirklichen Gewinnen, sondern vom Kapital immer neuer Investoren. Anfangs funktionierte das – die Erstinvestoren waren begeistert. Doch irgendwann versiegte der Strom neuer Anleger. Unter den Opfern waren offenbar nicht nur Hedge-Fonds und Superreiche, sondern auch Kleinsparer, die für ihren Lebensabend anlegen wolten. Natürlich sei es schwierig, regelmäßig zweistellige Gewinnsummen zu garantieren, wenn es an den Börsen bisweilen bis zu 50 Prozent abwärts ging, meint ein Analyst. Das hätte den Beteiligten eigentlich schon früh auffallen müssen. Das plötzliche Auffliegen des Betrugs wirft nun die Frage auf, wie ein so großes Schneeball-System über Jahre unentdeckt bleiben konnte. Madoffs Firma legte der Finanzaufsicht und den Investoren regelmäßig Berichte vor. Überprüfungen brachten nichts zu Tage. Zweifel hatte allein die Konkurrenz.