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Montenegro will in die EU - jetzt auch offiziell

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Montenegro will in die EU - jetzt auch offiziell

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Montenegro hat sich offiziell um einen Beitritt in die Europäische Union beworben. “Das ist ein großer Tag für Montenegro,” sagte Ministerpräsident Milo Djukanovic, nachdem er Nicolas Sarkozy das Beitrittsgesuch überreicht hatte, dem EU-Ratsvorsitzenden und französischen Präsidenten. Kommentar von EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn: “Ein historischer Meilenstein.”

Montenegro hatte im Juni 2006 nach einem Referendum seine Unabhängigkeit verkündet und den Staatenbund mit Serbien aufgelöst. Der Staat mit rund 650 000 Einwohnern grenzt an die anderen ex-jugoslawischen Staaten Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Kosovo sowie an Albanien. Montenegro ist Mitglied der Vereinten Nationen, der OSZE und des Europarates. Ausser in die EU strebt Montenegro auch in die NATO. Nur gut 40 % der Bevölkerung bezeichnen sich als Montenegriner, knapp ein Drittel der Bewohner fühlt sich als Serben – nicht weniger als fünf Amtssprachen sind zugelassen. Die Regierung Montenegro hofft, dass der Antrag innerhalb eines Jahres von allen EU-Staaten angenommen wird. Damit stiege die Zahl der Staaten in der EU-Warteschlange auf vier – neben Kroatien, Mazedonien und der Türkei. Die Zahlen sind eher günstig: So wuchs die Wirtschaft seit 2006 jährlich um rund 8 Prozent. Im kommenden Jahr werden 5 % Zuwachs erwartet. Einige wichtige EU-Staaten haben allerdings Vorbehalte. Sie verweisen auf die weit verbreitete Korruption und fehlende westliche Standards in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens.