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Madoff-Skandal könnte europäischen Banken Milliardenverluste bescheren

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Madoff-Skandal könnte europäischen Banken Milliardenverluste bescheren

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Nach und nach wird das ganze Ausmaß des Betrugsskandals um den ehemaligen Nasdaq-Chef Bernard Madoff klar. Madoff soll Investoren um rund 50 Milliarden Dollar betrogen haben – und betroffen sind nicht nur amerikanische Hedgefonds, sondern auch europäische Bankhäuser. So gehört etwa die französische Großbank BNP Paribas zu den Opfern des US-Investors, ebenso die Schweizer Bank UBS und das spanische Finanzhaus Santander.

Der französische Wirtschaftswissenschaftler Marc Touati versucht, zu beruhigen: “Dies ist eine Ausnahme, denn die Vorschriften für die Finanzmärkte sind streng. Aber wenn jemand so lang durch das Netz geschlüpft ist, dann wurde seine Vorgangsweise da und dort geduldet. Das wird in den nächsten Monaten ans Licht kommen.”

beträchtliche Verluste. Bei BNP Paribas dürften sie rund 350 Millionen Euro betragen, womit die französische Bank noch vergleichsweise glimpflich davonkommt: Santander und UBS sollen durch Madoffs Machenschaften 2,33 beziehungsweise 3,2 Milliarden Euro verloren haben. Außerdem ist auch Japans größtes Brokerhaus Nomura betroffen.

Madoff war am vergangenen Donnerstag in New York festgenommen und später gegen eine Kaution von 10 Millionen Dollar wieder freigelassen worden. Er soll Investoren mit einem Schneeball-System um ihr Geld gebracht haben. Dabei galt Madoff an der Wall Street als Legende; seine Firma war maßgeblich am Aufbau der US-Technologiebörse Nasdaq beteiligt. Im Fall einer Verurteilung drohen dem 70-jährigen 20 Jahre Gefängnis.