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Strassburg kippt längere Arbeitszeiten in EU

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Strassburg kippt längere Arbeitszeiten in EU

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48 Stunden Arbeit pro Woche – das ist nach Meinung der europäischen Abgeordneten genug. Damit haben die Delegierten in Straßburg einem Plan der EU-Arbeitsminister mehrheitlich eine Abfuhr erteilt: Dieser sah vor, die Arbeitszeiten auf bis zu 65 Stunden pro Woche anzuheben. Nun muss der Vermittlungsausschuss innerhalb der nächsten sechs Wochen einen Kompromiss finden. Der spanische Sozialist Alejandro Cercas, der das Dossier als Berichterstatter betreute, rief dazu auf, das Familien- und Berufsleben in einem sozialen Europa in Einklang zu bringen.

Mehrere EU-Staaten sind dagegen, längere Arbeitszeiten zu verbieten. In Großbritannien können bisher noch mehr als 48 Wochenstunden vorgeschrieben werden. Der britische Labour-Abgeordnete Stephen Hugues freute sich über die Wahl des EU-Parlaments: “Nun wird wahrscheinlich eine Debatte über den schrittweisen Ausstieg aus dieser Regelung beginnen. Um ehrlich zu sein, habe ich den anderen britischen Ministern gesagt, dass es mich nicht interessiert, ob es nun sechs, sieben oder acht Jahre sind, solange die Ausnahmeregel endet.” Außerdem forderte das EU-Parlament, Bereitschaftsdienste in Krankenhäusern oder bei der Feuerwehr, vollständig auf die Arbeitszeit anrechnen zu lassen. Trotz ihrer Proteste müssen sich die europäischen Gewerkschaften in Geduld üben. Ein Kompromiss zwischen Ministerrat und EU-Parlament dürfte schwierig zu finden sein.