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Lebenslänglich für Hauptangeklagten vor UN-Ruandatribunal

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Lebenslänglich für Hauptangeklagten vor UN-Ruandatribunal

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Das UN-Tribunal zum Völkermord in Ruanda hat einen der Hauptangeklagten zu lebenslänglicher Haft verurteilt: Der 67-jährige Theoneste Bagosora, einst Offizier und ranghoher Funktionär im ruandischen Verteidigungsministerium, gilt als Drahtzieher der Gräueltaten. Protais Zigiranyirazo wurde als Mitverschwörer zu zwanzig Jahren Haft verurteilt. Der Geschäftmann ist ein Schwager des früheren Präsidenten Juvanal Habyarimana, der 1994 mit seiner Maschine im Anflug auf die Hauptstadt Kigali angeschossen wurde. Danach begannen die Massaker: Hutu-Milizen töteten rund 800 000 Menschen – meist Angehörige der Tutsi-Minderheit, die etwa elf Prozent der ruandischen Bevölkerung ausmachten. Auch gemäßigte Hutu wurden umgebracht. Infolge des anschließenden Bürgerkrieges flohen weit mehr als 2 Millionen Ruander, mehrheitlich Hutus, in die Nachbarländer Burundi, Tansania, Uganda und Kongo (damals Zaire). Das UN-Tribunal für Ruanda wurde 1996 eingerichtet, es tagt im tansanischen Arusha.