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Drahtzieher des Völkermordes von Ruanda zu lebenslanger Haft verurteilt

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Drahtzieher des Völkermordes von Ruanda zu lebenslanger Haft verurteilt

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Das UN-Tribunal zur Aufarbeitung des Völkermordes in Ruanda hat den Drahtzieher der Gräueltaten und zwei weitere hochrangige Militärs zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Das Gericht im tansanischen Arusha sprach den ehemaligen Direktor im ruandischen Verteidigungsministerium Oberst Theoneste Bagosora, schuldig, 1994 maßgeblich den Völkermord in Ruanda organisiert zu haben. Außerdem verurteilten die Richter die Offiziere Aloys Ntabakuze und Anatol Nsengiyumva wegen ihrer Beteiligung an Mordaktionen. Den mitangeklagten General Gratien Kabiligi sprachen sie frei. Reed Brody von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bezeichnete die Urteile als “starkes Signal an Tyrannen weltweit”. Es zeige ihnen, dass sie, wenn sie die schlimmsten Verbrechen begingen, den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen könnten. Es habe lange gedauert, bis man zu diesem Punkt gelangt sei. Es sei sieben Jahre her, dass Bagosora festgenommen worden sei, aber so sei es eben. Das UN-Gericht hat bislang 32 Angeklagte verurteilt und 6 freigesprochen. Mit Bagosora verurteilte es erstmals einen der Drahtzieher des Völkermordes.