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Der Völkermord in Ruanda

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Der Völkermord in Ruanda

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Mindestens 800.000 Todesopfer – das ist die traurige Bilanz des Völkermordes in Ruanda. Die Spannungen zwischen den Volksgruppen der Hutu und der Tutsi schwelten seit Jahrzehnten. Auslöser für das Morden, das am 6. April 1994 begann, war das Attentat auf den Hutu-Präsidenten Juvenal Habyarimana, dessen Flugzeug beim Landeanflug auf Kigali von einer Rakete abgeschossen wurde. Die Hintergründe sind bis heute unklar. Radikale Hutu-Milizen lasteten den Mord der Tutsi-Minderheit an und riefen zu Vergeltung auf. Die ágestaute Gewalt entlud sich mit unfassbarar Grausamkeit: Viele Opfer wurden mit Macheten in Stücke gehackt.

Ziel war es, die Tutsi auszurotten, die etwa elf Prozent der Bevölkerung ausmachten. Noch heute wirft man den Truppen der Vereinten Nationen, die kurz nach Ausbruch des Konfliktes abgezogen wurden, Untätigkeit vor. Infolge des anschließenden Bürgerkrieges flohen weit mehr als zwei Millionen Ruander, mehrheitlich Hutus, nach Burundi, Tansania, Uganda und in den Kongo dem damaligen Zaire. Seit 1996 befasst sich ein von den Vereinten Nationen eingerichteter Strafgerichtshof mit der Aufarbeitung des Völkermordes.