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Erdogan gegen Entschuldigung für Armeniermassaker

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Erdogan gegen Entschuldigung für Armeniermassaker

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Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat eine türkische Internetkampagne mit der Bitte um Verzeihung für Massaker an Armeniern während des Osmanischen Reiches kritisiert. Rund 200 türkischen Intellektuellen haben die Internetpetition „Wir bitten um Verzeihung” initiiert. “Ich akzeptiere diese Kampagne nicht und ich unterstütze sie nicht. Ich habe kein Verbrechen begangen, warum soll ich mich entschuldigen?”, erklärte Erdogan in Ankara.

Erdogans Parteifreund, Staatspräsident Abdullah Gül hatte als erster türkischer Spitzenpolitiker im vergangenen September Armenien besucht und ein Tauwetter in den türkisch-armenischen Beziehungen eingeleitet. Türkische Nationalisten wehren sich immer wieder gegen die Einstufung der Massaker von 1915 als Völkermord. In der Internetpetition wird der Begriff “Völkermord” vermieden. Nach Schätzung von Historikern sind bei den Massakern in der Enphase des Osmanischen Reiches bis zu 1,8 Millionen Armenier getötet worden. Die türkische Regierung spricht von etwa 200 000 Toten, die Opfer eines inter-ethnischen Konfliktes waren, bei dem auch Muslime getötet wurden, und bestreitet den Vorwurf eines Völkermordes. Mehr als 5000 Menschen unterzeichneten in den ersten 24 Stunden die Petition, darunter auch der Vorsitzende der deutschen Grünen, Cem Özdemir.