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EU: Mehr Kabeljau, weniger Raubbau

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EU: Mehr Kabeljau, weniger Raubbau

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Nordsee-Fischer dürfen im kommenden Jahr mehr Kabeljau fangen. Nach Verhandlungen mit Norwegen einigten sich die EU-Agrarminister, die Quote für den beliebten Speisefisch – auch Dorsch genannt – in der Nordsee um 30 Prozent zu erhöhen. Gleichzeitig müssen die Fischer aber erste Schritte tun, um die sogenannten Rückwürfe zu verringern.

Michel Barnier, Frankreichs Minister für Landwirtschaft und Fischfang: “Was wir gesucht und schliesslich gefunden haben, ist ein Gleichgewicht zwischen einem verantwortlichen Umgang mit gefährdeten Fischbeständen und den Berufschancen der Fischer -ein schwieriges Unterafngen. Aber wir haben es geschafft und das in einem guten Gesprächsklima.” Experten zufolge wird im Schnitt für jeden verkauften Kabeljau einer über Bord geworfen, der Fischern anderer Arten als unerwünschter “Beifang” ins Netz geht – unerwünscht deshalb, weil sie dafür keine EU-Fangerlaubnis haben. Umweltschützer hatten scharfe Kritik an dieser Praxis geübt. Die meisten Fische überleben diese Prozedur nicht. Mögliche Alternativen: Netze mit sogenannten Fluchtfenstern oder akustische Warnsysteme. Nach jahrzehntelanger Überfischung ist der Kabeljau in seinem Bestand und in einigen Gebieten sogar vom Aussterben bedroht.