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Japan senkt Leitzinsen und kehrt zu Nullzins-Politik zurück

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Japan senkt Leitzinsen und kehrt zu Nullzins-Politik zurück

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Die weltweite massive Lockerung der Geldpolitik hat sich fortgesetzt. Die Bank von Japan senkte den Leitzins von 0,3 auf 0,1 Prozent. Es war der zweite derartige Schritt in zwei Monaten. Damit folgten die Währungshüter der US-Notenbank, die am Dienstag die Zinsen praktisch auf Null reduziert hatte.

Notenbank-Gouverneur Masaaki Shirakawa schloss weitere Lockerungsschritte nicht aus. Zudem werde die Bank von Japan ihre monatlichen Käufe von Staatsanleihen aufstocken, um die Liquidität auf den Kapitalmärkten zu erhöhen. Somit ergibt sich global ein sehr unterschiedliches Bild. Während die USA, die Schweiz und jetzt Japan nahezu eine Nullzins-Politik praktizieren, halten sich Kanada, Großbritannien und die Eurozone auf einem Niveau zwischen anderthalb und zweieinhalb Prozent. Sehr viel höher, nämlich zweistellig, sind die Zinsniveaus in Schwellenländern wie Brasilien, Südafrika und Russland. China und Australien halten einen Mittelwert. Die massive Zinssenkung in den USA findet in Europa zahlreiche Kritiker. Analysten bemängeln geldpolitische Weitsicht. Die Federal Reserve, so heißt es, betreibe im Angesicht der schweren Finanzkrise nur noch Improvisation. Maßnahmen dieser Art hätten in Japan ein Jahrzehnt lang keine Wirkungen gezeigt. Dagegen verfolgt die Europäische Zentralbank eine ganz andere Linie und hält sich mit Zinssenkungen zurück. Aus Frankfurt hieß es zuletzt, die Preisstabilität dürfe nicht aus dem Auge verloren werden. Man müsse aufpassen, dass das derzeit billige Geld nicht zu steigender Inflation führe.