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Nach nur knapp neun Monaten im Amt ist die Regierung Leterme am Ende, die neuerliche Regierungskrise sorgt für Unsicherheit im ohnehin schon politisch instabilen Königreich. Für viele Beobachter handelt es sich bei der Fortis-Affäre um einen klaren Verstoß gegen das Prinzip der Gewaltenteilung.

Vize-Regierungschef und Finanzminister Didier Reynders sagte, man müsse angesichts der angespannten Lage, der Finanz- und der sozialen Krise, sehr vorsichtig sein. Es liege ein Maßnahmenpaket für den Haushalt 2009 vor, das man nun mit den Verantwortlichen prüfen müsse. Die jetzige Regierungskoalition war erst nach mehrmonatgigen Verhandlungen zustande gekommen. Auch für die mitregierenden flämischen Liberalen sind die Fakten erdrückend. Deren Chef Bart Somers sagte, es sei wirklich schlimm und ernst, und man könne nicht glauben, dass so etwas in einem demokratischen Staat möglich sei. Der Sozialdemokrat Elio di Rupo sagte, Belgien befinde sich mitten in einer Finanzkrise, einer sozialen Krise und großen Schwierigkeiten. Man habe weder über den Haushalt abgestimmt, noch über ein Abkommen zwischen Unternehmern und Gewerkschaften. Und jetzt trete auch noch die Regierung zurück. Ministerpräsident Leterme reichte unterdessen beim König das Rücktrittsgesuch der Regierung ein. Albert II. lehnte es aber zunächst ab und hielt seine Antwort in der Schwebe. Er will nun zunächst politische Beratungen aufnehmen.