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Kein Weihnachtsfriede: Lage in Athen bleibt angespannt

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Kein Weihnachtsfriede: Lage in Athen bleibt angespannt

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Das diesjährige Weihnachtsfest in Griechenland wird von den Gewaltausbrüchen der vergangenen Wochen überschattet. Der Weihnachtbaum im Zentrum von Athen wurde inzwischen ersetzt, da der erste Baum bei den Unruhen zerstört worden war. Das große Polizeiaufgebot aber erinnert weiterhin an die angespannte Lage. Die Sicherheitskräfte sind in Verruf geraten, seit ein Teenager vor zwei Wochen von einer Polizeikugel tödlich getroffen wurde.

Die Athener sehen die Jugendrebellion zwiespältig. “Jede Revolution, die soziale Veränderungen bewirkt, bringt Katastrophen mit sich”, meint ein älterer Herr. “Aber diese Jugendlichen haben Träume und Ideale.” Weit weniger verständnisvoll reagiert eine Passantin: “Diese ganze Zerstörung hätte nicht sein müssen, egal was geschehen ist. Warum müssen die Eigentümer den Preis dafür bezahlen?” Noch ist kein rechter Weihnachtsfriede eingekehrt: Unbekannte beschmierten die Mauern der Universitätsbibliothek mit Graffitis; das Gebäude musste gründlich gesäubert werden. Rund 700 Schulen und Universitäten in Griechenland sind nach wie vor von Autonomen besetzt. Mehrere Organisationen riefen bereits zu weiteren Kundgebungen auf.