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Affäre um Verkauf der belgischen Fortis-Bank

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Affäre um Verkauf der belgischen Fortis-Bank

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Auslöser der neuerlichen politischen Krise in Belgien ist die Affäre um den Verkauf der Fortis-Bank: Ministerpräsident Yves Leterme soll versucht haben, auf die Entscheidung der Justiz zum Verkauf der angeschlagenen Großbank Einfluss zu nehmen.

Der einst belgisch-niederländisch-luxemburgische Finanzkonzern Fortis war Anfang Oktober aufgespalten worden, große Teile sollten an die französische Bank BNP-Paribas verkauft werden. Doch zweitausend Fortis-Aktionäre zogen in Brüssel vor Gericht, und der von Leterme eingefädelte Verkauf wurde zunächst für 65 Tage ausgesetzt. Die Regierung habe offenbar versucht, das Gericht unter Druck zu setzten, befand der Präsident des höchsten Gerichtshofs. Justizminister Jo Vandeurzen kritisierte die Funktionsweise der belgischen Justiz, doch er reichte am Freitagabend als erster seinen Rücktritt ein, da er offenbar in besonderem Maße versucht hatte, die Gerichtsentscheidung zu beeinflussen. Der Präsident des höchsten Gerichtshofs erklärte jedoch, es gebe zwar deutliche Hinweise auf ein Fehlverhalten der Regierung, jedoch keine juristisch stichhaltigen Beweise. Am Freitag sprachen sich die Fortis-Aktionäre erneut für eine Weiterführung des Unternehmens aus. Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung in Brüssel stimmten fast 97 Prozent der Anteilseigner dafür.