Eilmeldung

Eilmeldung

Protest in Russland gegen höhere Auto-Einfuhrzölle

Sie lesen gerade:

Protest in Russland gegen höhere Auto-Einfuhrzölle

Schriftgrösse Aa Aa

In Russland hat die die Erhöhung der Einfuhrzölle auf ausländische Autos eine Welle der Empörung ausgelöst. Bei einer Demonstration in Wladiwostok an der Pazifikküste nahmen Sondereinheiten der Polizei mindestens 100 Menschen fest. Darunter auch Journalisten russischer und japanischer Fernsehstationen, die über den Protest berichten wollten. In der Region ist der Handel mit Gebrauchtwagen aus dem nahe liegenden Japan ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Auch in Moskau sorgt das neue Gesetz für Unverständnis: Statt der Einfuhrzölle solle besser der Lebensstandard erhöht werden – so einige Demonstranten im Stadtzentrum. Der Oppositionspolitiker Wladimir Ryschkow empört sich: die Qualität russischer Autos sei einfach miserabel: “Die Leute werden die Regierung verfluchen, weil ausländische Wagen jetzt noch teurer werden – oder sie werden kein Auto mehr kaufen. Die Politiker mit ihren dicken, ausländischen Limusinen machen sich über das Volk lustig!” Ein anderer Protestler fügt hinzu, das neue Gesetz sei ein “Sklaverei-Test”: “Wenn wir das fressen, können die uns auch weiter wie Dreck behandeln! Klar: es gibt noch die Sowjet-Autos – aber das ist der gleiche Mist wie schon vor 30 Jahren!” Ganz anders sehen das die Einwohner in der südrussischen Autostadt Togliatti: Die dortige Wirtschaft hängt völlig von den Lada-Werken ab. Schon am Samstag demonstrierten hier Arbeiter, die die Erhöhung der Einfuhrzölle unterstützen.