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Chaos nach dem Tod von Präsident Conté

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Chaos nach dem Tod von Präsident Conté

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Im westafrikanischen Guinea ist Lage völlig unklar: Nur wenige Stunden nach dem Tod von Präsident Lansana Conté, hatte ein Hauptmann im staatlichen Radio erklärt, die Regierung sei abgesetzt und die Verfassung außer Kraft. Anschließend aber konnten sich die Putschisten in der Hauptstadt Conakry offenbar nicht auf einen Führer einigen. Regierungschef Ahmed Tidiane Souare sagte zudem, nur eine Minderheit in der Armee habe versucht, die Macht zu übernehmen.

Sollte sich der Staatsstreich dennoch bestätigen, würde sich die Geschichte wiederholen: Der verstorbene Präsident Conté hatte sich 1984 selbst an die Macht geputscht, nachdem seit Vorgänger Sékou Touré gestorben war. Seither regierte er das Land mit eiserner Faust. In den vergangenen Jahren aber war ein Machtvakuum entstanden, da dem Schwerkranken zum Regieren die Kraft fehlte. Guinea verfügt über reiche Bodenschätze. Neben Gold, Diamanten und Eisenerz lagern hier über zwei Drittel der weltweiten Vorkommen des Erzes Bauxit, aus dem Aluminium hergestellt wird. Dennoch war in Contés Zeit an der Staatsspitze der größte Teil der knapp 9 Millionen Einwohner immer ärmer geworden. Wirtschaft und Politik gelten als chronisch korrupt. Immer wieder brachen in der Armee Unruhen aus. Im Mai dieses Jahres rebellierten Soldaten die monatelang keinen Sold bekommen hatten. Wiederholt ließ Contés Proteste in den vergangenen Jahren Proteste gegen seine Regierung gewaltsam niederschlagen. Mehrfach hatte es dabei Duzende Tote gegeben. Ein Sprecher der Afrikanischen Union sagte jetzt, er fürchte neue Gewalt während des Machtkampfs zum Contés Nachfolge.