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Kein Ende im Gasstreit: Moskau gründet Gas-Kartell

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Kein Ende im Gasstreit: Moskau gründet Gas-Kartell

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Die Pläne Russlands zum Aufbau eines Gas-Kartells nach dem Vorbild der Opec nehmen Gestalt an. Am Dienstag findet in Moskau der Gründungsgipfel statt, an dem 16 gasexportierende Länder teilnehmen. Befürchtungen der USA und der EU, dass das Kartell die Preise in die Höhe treiben könnte, wies Moskau zurück. Dennoch sind manche Experten skeptisch, etwa Tom Mundy von der Moskauer Investmentgesellschaft Renaissance Capital: “Wenn es ein Kartell gasexportierender Länder gibt, wird Russland natürlich die Führung übernehmen. Ich glaube, Moskau will in der Lage sein, durch die Kontrolle über die Gasexporte und die Preise international Druck auszuüben. Wir wissen nur noch nicht, wie das so schnell verwirklicht werden soll.”

Dass der russische Gaskonzern Gasprom diesbezüglich wenig Skrupel hat, zeigte sich erst am Montag wieder: Da drohte das Unternehmen der Ukraine mit einem Lieferstopp, sollte Kiew seine Gasschulden bis Jahresende nicht begleichen. Rund 80 Prozent der Gasexporte für Europe fließen durch die Ukraine. Aber nicht alle sehen die Lage dramatisch. Andrew B. Somers, Präsident der US-Handelskammer in Russland, geht davon aus, dass Moskau derzeit vollauf mit der Finanzkrise beschäftigt ist: Daher werde man sich kaum mit der Frage befassen, wie man mit Gaslieferungen Druck ausüben könne. Keine Probleme gibt es offenbar mit dem zweiten Gas-Transitland in Richtung Westen, nämlich Weißrussland. Die Präsidenten Russlands und Weissrusslands, Dmitri Medwedew und Alexander Lukaschenko, einigten sich bei einem Treffen im Kreml auf die Bedingungen für die Gaslieferungen im kommenden Jahr.