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Baby im Internet verkauft

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Baby im Internet verkauft

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Rund sechs Monate ist der kleine Belgier Jayden alt – und hat schon das vierte Elternpaar – belgische Pflegeeltern, vorübergehend. Seinen biologischen Eltern droht eine Strafe von bis zu fünf Jahren Haft – sie hatten das Kind wegen finanzieller Schwierigkeiten per Internet an ein niederländisches Paar verkauft – angeblich für bis zu 10.000 Euro.

Die belgische Staatsanwältin Annemie Serlippens: “Es wird eine soziale und eine juristische Untersuchung geben. Der Jugendrichter wird über die Zukunft des Kindes entscheiden – einzig und allein im Interesse des Kindes.” Das hatten die beteiligten Erwachsenen allerdings bisher eher vernachlässigt. Als der Fall ruchbar wurde, hatte ein Gericht im niederländischen Zwolle entschieden, dass Jayden nicht bei seinen neuen “Eltern” bleiben darf. Begründung: das Paar habe das Kind widerrechtlich aus dem Ausland geholt. Die neuen “Eltern” hatten den Jungen kurz nach der Geburt Anfang Juli unter ihrem eigenen Namen beim Rathaus seiner Geburtsstadt Gent angemeldet und waren dann mit ihm in die Niederlande gereist. Also niederländische Pflegeeltern. Auf Antrag der örtlichen Kinderschutzbehörde wanderte der Kleine im November zu niederländischen Pflegeeltern. Der niederländische Kinderschutzrat begrüßte das Urteil. Für ein Kind sei es “gefährlich”, wenn ihm seine wahre Identität vorenthalten werde.” Jetzt also wurde der Knabe in Gent geparkt und wartet auf ein Richterwort, wie es mit ihm weitergeht. Auch gegen die beiden 26 Jahre alten Internet-Eltern aus den Niederlanden wurden Ermittlungen aufgenommen. Neuste Wendung: Die leiblichen Eltern – eine 24-jährige Belgierin und ihr 22-jähriger Freund – bereuen inzwischen den Schritt und wollen ihr Baby zurück. Sie haben bereits ein Kind.