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Weiter unklare Lage in Guinea

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Weiter unklare Lage in Guinea

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Nach einem Putschversuch ist die Lage in Guinea nach wie vor unübersichtlich. Zwar versicherte Ministerpräsident Ahmed Tidiane Souare der Bevölkerung, alles funktioniere normal. Aber wenige Stunden nach dem Tod des langjährigen Staatschefs Lansana Conté hatten offenbar Soldaten revoltiert. Eine Gruppe von Offizieren erklärte die Regierung für gestürzt. Parlament und Gerichte seien abgesetzt.

Der größte Teil der rund 8,5 Millionen Guineer lebt in bitterer Armut. Das Land in Westafrika zählt nach einer Statistik von 2003 zu den 15 ärmsten Ländern der Erde. Und das trotz reicher Bodenschätze – Gold, Diamanten, Eisenerz und vor allem mehr als zwei Drittel der weltweiten Bauxitvorkommen. Anfang 2007 waren Proteste blutig niedergeschlagen worden. Lama Bangoura vertritt die – vermutlich 186 – Opfer: “Die Jugend Guineas steht bereit und will Veränderung. Wir warten nicht ab und harren der Dinge. Wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand. Und wenn der richtige Augenblick da ist, greifen wir ein.” Der verstorbene Präsident Lansana Conté hatte das Land seit einem Militärputsch vor 24 Jahren diktatorisch regiert. Wirtschaft und Politik gelten als hochgradig korrupt. Wenn die Nachfolge verfassungsgemäss geregelt wird, muss Parlamentspräsident Aboubacar Somparé die Amtgeschäfte übernehmen und innerhalb von zwei Monaten Neuwahlen organisieren. In einer Erklärung machten die Aufständischen die Regierung für die Wirtschaftskrise in dem westafrikanischen Land verantwortlich und beschuldigten sie der Korruption. alt Chaos im westafrikanischen Guinea: Nur wenige Stunden nach dem Tod von Präsident Lansana Conté, hatte ein Hauptman im staatlichen Radio erklärt, die Regierung sei abgesetzt und die Verfassung ausser Kraft. Anschließend aber konnten sich die Putschisten offenbar nicht auf einen Führer einigen. Regierungschef Ahmed Tidiane Souare sagte, die Putschisten seien nur eine Minderheit in der Armee. Sollte sich der Staatsstreich bestätigen würde sich die Geschichte wiederholen: Der verstorbene Präsident Conté hatte sich 1984 selbst an die Macht geputscht, nachdem seit Vorgänger Sékou Touré gestorben war. Seither regierte er das Land mit eiserner Faust. In den vergangenen Jahren aber war ein Machtvakuum entstanden, da dem Schwerkranken zum Regieren die Kraft fehlte.