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Fondsmanager begeht Selbstmord

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Fondsmanager begeht Selbstmord

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Die Affäre um den mutmaßlichen Milliardenbetrug des ehemaligen US-Börsenchefs Bernard Madoff hat ein Todesopfer gefordert. Der Fondsmanager Thierry de La Villehuchet brachte sich in New York um – er hatte 1,5 Milliarden Euro bei Madoff investiert, vor allem für europäische Kunden.

Laut Anklageschrift bezifferte Madoff vor der Bundespolizei FBI den Umfang seines Schneeballsystems auf 37 Milliarden Euro. Den Riesen-Betrug will er ganz allein organisiert haben. Die Ermittler suchen jedoch auch nach möglichen Komplizen. Im Visier: ein enger Mitarbeiter, der seit 30 Jahren mit dem Ex-Chef der US-Technologiebörse Nasdaq zusammenarbeitete und mehrere Wirtschaftsprüfer. Unter Beobachtung stehen auch die Söhne Madoffs, die eng mit ihm zusammenarbeiteten, und eine Nichte die mit einem Mitarbeiter der US-Finanzaufsicht SEC – Securities and Exchange Commission – verheiratet ist. Das FBI nahm Madoff vor knapp zwei Wochen fest, inzwischen steht er unter Hausarrest. Der Rekord-Betrüger ist 70 Jahre alt und riskiert 20 Jahre Haft und fünf Millionen Dollar Geldstrafe. Die Ermittlungsbehörde SEC wurde inzwischen selbst angezeigt – von eine Madoff-Kundin will 1,7 Millionen Dollar Schadenersatz. SEC-Kontrolleure sollen nach Medienberichten bereits Anfang 2006 fragwürdigen Machenschaften Madoffs auf die Spur gekommen sein. Sie hätten ihre Ermittlungen dann aber wieder eingestellt, weil sie die Unregelmäßigkeiten als nicht schwerwiegend genug gewertet hätten. Nach Medienberichten hatte Madoff zwar zunächst eine Anlagestrategie für seine Kundengelder, die aber scheiterte. Später soll er nur noch wenige oder gar keine Transaktionen mehr ausgeführt haben. Das geld neuer Kunden ging danach gleich als angebliche Rendite an Bestandskunden. In Europa haben Fondskunden der spanischen Bank Santander die grösste Einzelsumme im Feuer -2,3 Milliarden Euro.