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Hunderttausende gedenken ermordeter Bhutto

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Hunderttausende gedenken ermordeter Bhutto

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Ein Jahr nach dem Attentat auf Benazir Bhutto liegt weiter Nebel über den Hintergründen der Tat. Zum Jahrestag kamen in Pakistan bis zu zweihunderttausend Menschen zusammen, um an die beliebte Politikerin zu erinnern. Schon gestern waren Anhänger zum Familienmausoleum in die Provinz Sindh geströmt. Ein Regierungsbericht macht einen Al-Kaida-Extremisten für das Attentat auf die frühere Premierministerin verantwortlich. Aber auch die Geheimdienste werden verdächtigt. Bhuttos Anhänger fordern eine Untersuchung der UNO. Er sei hier, um am ersten Jahrestag Bhuttos zu gedenken, sagt ein Mann. Gemeinsam mit anderen Anhängern wolle er von nun an jedes Jahr hierher kommen.

Bhuttos Witwer Asif Ali Zardari sprach von einem Angriff auf den Staat und die Demokratie. Seit Herbst ist er Präsident des Landes und hat sich vorgenommen, die erstarkenden islamischen Extremisten zu bekämpfen – die auch verantwortlich gemacht werden für Anschläge in Afghanistan und die Angriffe im indischen Mumbai. Bhutto, einst erste demokratisch gewählte Regierungschefin eines muslimischen Staates, war im vergangenen Jahr aus dem Exil heimgekehrt. Sie wollte ihre oppositionelle Volkspartei in die Parlamentswahl führen und zurück an die Regierung bringen. Ein erstes Attentat nur Stunden nach ihrer Ankunft überlebte sie, rund 140 Menschen aber wurden getötet. Zwei Monate später aber sprengte sich ein Selbstmordattentäter bei einer Kundgebung in Rawalpindi in die Luft. Zudem fielen Schüsse. Neben Bhutto kamen mehr als zwanzig Menschen ums Leben. Der erste Jahrestag des Attentats wurde zum Feiertag erklärt. Aus Angst vor Anschlägen gelten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen.