Eilmeldung

Eilmeldung

Zehntausende gedenken ermordeter Bhutto

Sie lesen gerade:

Zehntausende gedenken ermordeter Bhutto

Schriftgrösse Aa Aa

Ein Jahr nach dem Mord an Benazir Bhutto sind mehr als 150.000 Anhänger zum Familienmausoleum im Süden Pakistans gepilgert. Der erste Jahrestag des Attentats war zum Feiertag erklärt worden. Aus Angst vor Anschlägen wurde eine offizielle Gedenkzeremonie kurzfristig abgesagt. Tausende Sicherheitskräfte bezogen um das Grab Stellung. Die Hintergründe der Tat sind weiter ungeklärt. Ein Regierungsbericht macht einen Al-Kaida-Extremisten verantwortlich. Aber auch die Geheimdienste werden verdächtigt. Bhuttos Anhänger fordern eine Untersuchung der UNO.

Bhuttos Witwer Asif Ali Zardari – seit Herbst Präsident des Landes – hielt am nahe gelegenen Familiensitz eine im Fernsehen übertragene Ansprache: “Wir haben Menschen verloren. Dennoch sprechen wir nicht von Krieg. Wir sprechen nicht von Vergeltung. Wir sagen: Die Geschichte wird uns rächen.” Bhutto, einst erste demokratisch gewählte Regierungschefin eines muslimischen Staates, war im vergangenen Jahr aus dem selbst gewählten Exil heimgekehrt. Sie wollte ihre oppositionelle Volkspartei in die Parlamentswahl führen und zurück an die Regierung bringen. Zwei Monate später sprengte sich ein Selbstmordattentäter bei einer Kundgebung in Rawalpindi in die Luft. Es fielen Schüsse. Neben Bhutto wurden mehr als zwanzig Menschen getötet.